Es geht um Annäherungen. Und Distanzen. Fortwährend. Immer wieder Annäherungen und Distanzierungen. Bild für Bild, allesamt schwarz-weiß. Näher dran und mit weitem Abstand zum Sujet: Junger Mann mit Lockenkopf vor einer Mauer. "Die Wand" hat Klaus Rinke, Jahrgang 1939, seine konzeptuelle Bildfolge genannt. Sie entstand 1972 und ist seit Dienstagabend im Art Foyer der DZ Bank zu sehen.
In einer kleinen, gleichwohl aber sicherlich Aufsehen erregenden Ausstellung zur Kunst der Achtundsechziger. Das ist ein anspruchsvoller Titel, von dem man sich nicht kirre machen lassen sollte. Weil es nicht um ein repräsentatives Spektrum damaliger Kunst, wohl aber um zeitgenössische Fotografien geht. Zusammengestellt von Luminita Sabau, der Leiterin der Sammlung des Geldinstituts, das demnächst im Städel einen Vorgeschmack auf das liefern will, was mit dem Neubau des Museums perspektivisch dort an Fotografien zu sehen sein wird.
Das FR-Online-Spezial 1968: Originalausgaben der FR von damals, Bilder aus Vietnam, Musik-Quiz, Lesergeschichten.
Die aktuelle Ausstellung orientiert sich an früheren Zeiten. An 1968, einem Jahr, das zur Chiffre des Aufbruchs in Europa geworden ist. Für "das Aufblühen des Individuums" wie Kuratorin Sabau sagt. Auf diese Zeit falle heute anders als noch vor zehn Jahren ein "weniger ideologisch aufgeladener Blick". Und so hat die Bank die Ausstellung unter das Credo von Janis Joplin gestellt: "Freedom is just another word ...".
Zu sehen sind in der Fotoschau, eröffnet eine Woche vor der republikweit einmaligen 68er-Ausstellung im Historischen Museum, neben den Bildern Rinkes auch Arbeiten von Will McBriede, Sigmar Polke, Ulrike Rosenbach, Katharina Sieverding und Dennis Stock. Überschaubar, aber einen kleinen Abstecher an den Platz der Republik jeder Zeit wert.
"Freedom is just another word ...", Die Kunst der Achtundsechziger im Art Foyer der DZ Bank, bis 4. Juli, montags bis freitags 11 bis 19 Uhr, Platz der Republik, Eingang Cityhaus II.