Am 9. November 1989 kommen Ost- und Westdeutsche an der Mauer zusammen. Prominente und Zeitzeugen erzählen von dem historischen Tag und einer magischen Stadt. 38 persönliche Protokolle über die Stunden des Mauerfalls.
Szenen vom 11. November 1989 - Tausende feiern vor dem Brandenburger Tor den Mauerfall.
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Szenen vom 11. November 1989 - Tausende feiern vor dem Brandenburger Tor den Mauerfall.
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Angela Merkel, 55, Bundeskanzlerin
Als die Mauer gebaut wurde, war ich zwar erst sieben Jahre alt, aber ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass wir am Freitag vor dem Mauerbau in den Wäldern um Berlin schon überall Stacheldraht gesehen haben. Deshalb war meinen Eltern klar, dass irgendetwas passieren würde. Die meisten Menschen konnten sich allerdings nicht vorstellen, dass die Stadt geteilt werden würde.
Doch dann kam der 13. August 1961, ein Sonntag: Mein Vater hielt als Pfarrer den Gottesdienst in seiner Gemeinde - ich werde nie vergessen, wie tieftraurig die Menschen waren. Schon aus meiner Kinderperspektive war mir klar: Es muss etwas Furchtbares passiert sein.
Was vom Osten übrig blieb
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Was vom Osten übrig blieb
Auch nach der Wende wünschte Pittiplatsch Kindern zur Sandmännchen-Zeit eine Gute Nacht. Heinz Schröder, der dem schwarzen Kobold seine Stimme lieh, starb im Frühjahr 2009.
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Staunen, Schmunzeln, Aha-Effekte: Das Stöbern in einem der zahlreichen Läden für Ostprodukte weckt bei vielen Ostdeutschen Erinnerungen an vergangene Zeiten ...
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... wo "Komet"-Puddingpulver oder das klassische Dederon-Einkaufsnetz zu jedem Haushalt gehörten. Mit der "Ostpro" in Berlin und dem "Festival des Ostens" in Schwerin gibt es sogar spezielle Messen für Ostprodukte.
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Als "Nutella des Ostens" konnte sich die Nussnougat-Creme "Nudossi" aus Sachsen einen Platz bei den Leckermäulern in Ost und West gleichermaßen erobern. 2005 musste die Spezialitäten Hartmann GbR aus Radebeul Insolvenz anmelden. Seit 2008 wird das Unternehmen unter dem Namen Sächsische und Dresdner Back- und Süßwaren GmbH & Co. KG weitergeführt.
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Die Kult-Cola aus dem Osten - hier die Wiederauflage einer Werbung aus der Anfangszeit 1957 - ist im Retro-Look auch heute noch zu haben. 1994 übernahm der Brau und Brunnen-Konzern die Marke, seit 2005 wird Vita-Cola von der hessischen Hassia Mineralquellen vertrieben.
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Der Sektkellerei Rotkäppchen gelang es, sich unabhängig vom Ostbonus als Marke zu etablieren. Die einstige DDR-Sektmarke mit Sitz im sachsen-anhaltischen Freyburg hat mittlerweile auch die (West-)Marken Chantré, MM, Geldermann und Eckes Edelkirsch geschluckt.
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Viele Unternehmen verpassten ihren Produkten eine neue Verpackung, um auf dem Markt zu bestehen. Die Röstfein Kaffee GmbH in Magdeburg vertreibt die ostdeutschen Traditionsmarken Rondo, Mona und Moccafix.
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Ostdeutsche Süßmäuler griffen gerne zu Schokolade aus der Halloren Schokoladenfabrik in Halle/Saale.
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Mit den "Preußenkugeln" versuchte Halloren nach der Wende, die Erfolgsgeschichte der Firma aus Sachsen-Anhalt fortzusetzen und neue Marktanteile zu erobern.
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Spreewald-Gurken oder Spee-Waschmittel haben auch in westdeutschen Supermarktregalen Einzug gehalten und verkaufen sich so gut wie früher im Konsum-Laden.
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Den Ostalgie-Faktor bedienen neben spezialisierten Läden auch zahlreiche Versandhandel, die Kunden in ganz Deutschland mit DDR-Erinnerungsstücken und ostdeutschen Spezialitäten beliefern.
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Das Stöbern in einem der zahlreichen Läden - wie hier in in Leipzig - weckt bei vielen Ostdeutschen Erinnerungen an vergangene Zeiten.
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Nach Meinung von Experten ist Ostalgie aber keineswegs mit einer Sehnsucht nach dem alten DDR-System gleichzusetzen. Vielmehr hat dies mit der eigenen Identität zu tun - und die kann nicht abgewählt werden wie ein Staatssystem.
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"Jedes Ostprodukt spiegelt einen Tag oder Erlebnisse in der eigenen Lebensgeschichte", sagt der Soziologe Frithjof Hager von der Freien Universität Berlin.
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Würden einem Menschen alle Dinge genommen, die ihm im Leben wichtig waren oder die eine bestimmte Zeit geprägt haben und deren Erinnerung er mit anderen teilen kann, so würde ein Stück seines Lebens wegbrechen, so der Experte. Musik, soviel steht fest, gehört untrennbar zu den eigenen Erinnerungen.
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DDR-Musik-Klassiker von City oder den Puhdys sind weiterhin
angesagt. Das frühere DDR-Plattenlabel Amiga, das heute zum BMG Musikverlag gehört, brachte sogar eine Sammlerausgabe "Die größten DDR-Hits" auf den Markt.
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Ost-West-Konkurrenz - auch bei der Einschlafhilfe: Als die DDR-Fernsehmacher vom West-Sandmännchen hörten, schufen sie flugs ein ostdeutsches Pendant. Nach der Wende wurde es in Rente geschickt, doch nach Protesten von Eltern und Kindern holte man das Ex-DDR-Sandmännchen aus dem Ruhestand zurück.
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Fotostrecken Politik
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Linkspartei in der Krise
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Die DDR war auf Unrecht aufgebaut, und es gab nie freie Wahlen. Neben dem SED-Regime gab es auch ein privates Leben. Wir hatten Freundschaften, wir haben gelacht und geweint wie jeder Mensch. Wir hatten mal gut und mal schlecht gelaunte Eltern, schöne Weihnachtsferien und wunderbare Urlaube. Leben bestand Gott sei Dank nicht nur aus dem Staat. Aber beispielsweise im ehemaligen Stasi-Gefängnis in Hohenschönhausen kann man sehen: Wenn man auch im Privatleben eine bestimmte Grenze überschritt, dann schlug der Staat zu.
Ich habe im Lauf meines Lebens in der DDR durchaus darüber nachgedacht, einen Ausreiseantrag nach Westdeutschland zu stellen. Aber meine Bindung an Freunde, an Eltern, an Verwandte war zu groß, als dass ich meine gesamte Umwelt und Lebenswelt hätte verlassen können.
Der Fall der Mauer am 9. November 1989 war für uns in der DDR ein unbeschreibliches Ereignis. Er war der Anfang vom Ende der SED-Diktatur. Er bedeutete das Ende des Kalten Krieges. Ich selbst habe diesen Abend in Berlin miterlebt. Ich sah Schabowskis Pressekonferenz im Fernsehen und rief sofort meine Mutter an, um sie an eine alte Verabredung zu erinnern: Wenn uns die Mauer nicht mehr am Reisen hindern würde, würden wir, so sagten wir immer in meiner Familie, im Kempinski Austern essen gehen. Wir rechneten allerdings beide nicht damit, dass sich die Grenze noch am selben Abend öffnen würde.
Also ging ich wie jeden Donnerstagabend in die Sauna. Als ich zurückkam, hörte ich, der Grenzübergang Bornholmer Straße sei offen. Ich bin sofort hingelaufen und habe wie tausend andere Menschen den Grenzübergang nach Westen überquert. Ich empfand - wie alle anderen - eine unglaubliche Freude. Der Empfang in West-Berlin war sehr, sehr herzlich. In einer wildfremden Wohnung haben wir mit einer Dose Bier auf die Maueröffnung angestoßen. Dann bin ich wieder nach Hause nach Ost-Berlin gegangen.