Aktuell: Peter Tauber | Flüchtlinge in Deutschland und Europa | US-Wahl | FR-Serie: Fintechs
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Zeitgeschichte

28. November 2002

Schröder-Rede im Wortlaut: "Uneingeschränkte Solidarität"

Mit ernstem Gesicht spricht Bundeskanzler Gerhard Schröder am Mittwoch (12.09.2001) im Kanzleramt zu Journalisten.  Foto: dpa/dpaweb

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat am Dienstagabend zum zweiten Mal zu den Anschlägen in den USA Stellung genommen. Die Rede im Wortlaut.

Drucken per Mail

"Es geht jetzt um die Solidarität mit den Vereinigten Staaten, es geht um die Tatsache, dass Deutschland fest an der Seite der Vereinigten Staaten steht, und uneingeschränkt, ich betone das, uneingeschränkte Solidarität übt. Und damit sind alle im Bundestag vertretenen Parteien einverstanden. Ich habe angekündigt, dass wir über Nacht die uns zugänglichen Informationen auswerten. Ich werde morgen (Mittwoch) um 09.00 Uhr im Deutschen Bundestag eine kurze Regierungserklärung dazu abgeben.

Um 10.00 Uhr wird der Bundessicherheitsrat erneut zusammentreten und ich habe den Fraktionsvorsitzenden und soweit im Land auch den Parteivorsitzenden angeboten, eine erneute Information zu machen. Ich habe ferner deutlich gemacht, dass wir daran interessiert sind, die Gemeinsamkeit der Demokraten, auch was die zukünftigen politischen Einschätzungen und die daraus abgeleiteten Strategien angeht, in absolut offener Weise sie darüber zu informieren, dass wird auf der Ebene des Chefs des Bundeskanzleramtes und der Staatssekretäre der am meisten beteiligten Ministerien geschehen, soweit ich das nicht selber gegenüber den Fraktions- und Parteivorsitzenden übernehme. Es soll aber eine kontinuierliche Information aller politischen Kräfte in Deutschland stattfinden. Ich habe, weil es nicht nur um deutsche Solidarität geht, sondern auch um europäische und darüber hinausreichende Solidarität, mit Jacques Chirac, dem französischen Staatspräsidenten, mit dem Premierminister Englands und Präsident Putin telefoniert.

Wir sind alle der gleichen Einschätzung, und alle miteinander der Meinung, dass es jetzt darum geht, gegen diesen Angriff auf die zivilisierte Welt Solidarität mit den Vereinigten Staaten zu üben. Ich werde mit der Europäischen Präsidentschaft, dem belgischen Premierminister in Kontakt treten, um den Versuch zu machen, über das morgen stattfindende Treffen der Außenminister der Europäischen Union hinaus weitere europäische Solidarität zu organisieren.

Ich denke, dass das notwendig ist, und dass das auch für alle, mit denen ich habe sprechen können, eine Selbstverständlichkeit ist. Wir haben dann natürlich über die Situation im Innern unseres Landes gesprochen. Die Dienste, über die wir verfügen, haben keine Besorgnis erregenden Auswirkungen auf die innere Sicherheitslage festgestellt. Aber natürlich sind, ohne dass ich das in allen Einzelheiten hier mitteilen könnte und mitteilen dürfte, Verstärkungen der Sicherheit auf den Transportwegen, bei der Luftüberwachung und speziell natürlich bei den Einrichtungen unserer amerikanischen Freunde angeordnet worden.

Ich sage noch einmal, nach allem, was wir wissen, gibt es keinen Anlass zu weitergehender Beunruhigung. Aber jeder muss wissen, dass die Sicherheitskräfte Deutschlands ihre Pflicht tun und das über das übliche Maß hinaus. Und das wird auch so bleiben. Wir werden die Sicherheitslage in ständiger Beobachtung haben und falls notwendig, auch entsprechende Konsequenzen ziehen. Davon können alle, die sich wie wir tiefe Sorgen machen, ausgehen.

Ich glaube, meine Damen und Herren, dass deutlich geworden ist, dass die Bundesregierung, aber auch die Opposition, dass alle politischen Kräfte in Deutschland bestürzt und schmerzlich berührt von diesem unglaublichen und fürchterlichen Anschlag sind. Und dass wir fest an der Seite unserer amerikanischen Freunde stehen und dass alles getan wird, um auf der einen Seite uneingeschränkt solidarisch zu sein und auf der anderen Seite sich jeder auf den Schutz durch die eigenen Sicherheitsorgane verlassen kann. Vielen Dank."

FR vom 13.09.01


Die politischen Analysen und Kommentare der FR -
auch unterwegs auf dem Laufenden mit „FR News“.
Unsere beliebte App für iPhone und Android-Smartphones.

[ Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann bestellen Sie gleich hier 4 Wochen lang die neue digitale FR für nur 5,90€. ]

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige