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Studenten im Clinch: 2. September 1968 SDS und Asta streiten sich

Asta-Vorsitzender Hans-Jürgen Birkholz weigert sich vorläufig, mit dem SDS zusammenzuarbeiten und ihm Hörsäle zu besorgen.

Zoff zwischen dem Asta und dem Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS): Asta-Vorsitzender Hans-Jürgen Birkholz weigert sich vorläufig, mit dem SDS zusammenzuarbeiten und ihm Hörsäle zu besorgen. Zuvor hatte ein SDS-Kommilitone Birkholz als "konterrevolutionären Hund" beschimpft. SDS-Chefideologe Hans-Jürgen Krahl hatte es außerdem abgelehnt, während der Suspendierung des SDS als Hochschulvereinigung, die Hilfe des Asta in Anspruch zu nehmen. Der SDS sei stark genug, sich selbst Hörsäle zu besorgen, soll Krahl dazu gesagt haben.

Das stellt der SDS denn auch gleich unter Beweis und organisiert ohne Asta-Unterstützung einen Hörsaal für ein "Teach-in" zum Thema Prager Frühling. Vor 500 Zuhörern glaubt der SDS dabei den Nachweis erbracht zu haben, dass die Reformer-Gruppe um Alexander Dubcek selbst nur eine "dritte Generation von Stalinisten" sei, da sie sich - wie auch der Stalinismus - auf die Bürokratie und nicht auf die Massen als Grundlage stütze. An die Stelle der Politik trete die sozialistische Planwirtschaft. Die dieser Politik "gefährlich werdenden Massen" seien durch technokratische Maßnahmen integriert worden. Für die Zukunft der CSSR gibt es nach SDS-Ansicht nur die Alternative zwischen einer konterrevolutionären Änderung oder eine revolutionäre Änderung durch eine immer stärkere Rätebewegung.

SDS-Mitglied Dietrich Wetzel erklärt, auch der SDS sollte aus dieser Diskussion die Lehren ziehen, da er in seiner Theorie über verwirklichte sozialistische Praxis falsch gelegen habe. ral

Datum:  2 | 9 | 2008
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