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Zoo
Wenn die Tiger Nachwuchs kriegen oder bei den Bonobos einer stirbt - die FR ist meist fast live dabei und berichtet aus den Gehegen des Frankfurter Zoos.

22. August 2014

Frankfurter Zoo: Biergarten für den Zoo

 Von 
Außen hui – aber ob das Zoo-Gesellschaftshaus künftig noch einen Festsaal haben wird, ist derzeit offen.  Foto: Andreas Arnold

Zoodirektor Manfred Niekisch will den Zoo aufpolieren. Seine Pläne beschränken sich nicht nur auf die Tieranlagen. Er will ein neues gastronomisches Konzept, auch wenn dies das Aus für den Festsaal im Gesellschaftshaus bedeutet.

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Neuer Eingang, Shop, Bärenanlage: So sehr sich der Zoo seit dem vorigen Sommer auch verwandelt hat, es stehen noch größere Veränderungen ins Haus. Zoodirektor Manfred Niekisch denkt zurzeit über weit reichende Pläne nach, nicht nur für die Tieranlagen. Am Ende der Überlegungen könnte auch das Ende des Festsaals im Zoo-Gesellschaftshaus stehen – und ein ganz neues gastronomisches Konzept.

„Da ist alles auf dem Prüfstand“, sagt Niekisch am Freitag der FR. „Ich will als oberste Priorität endlich die Gastronomie dauerhaft in einen Zustand überführen, der sommers wie winters funktioniert, der tagsüber und abends funktioniert. Frankfurts schönster Biergarten, Frankfurts schönste Apfelweinterrasse liegt brach, weil wir die Abendnutzung nicht gewährleisten können.“

Um den Biergarten zu beleben und abends wieder zu öffnen wie vor vielen Jahren, müsste die ganze Küchen-Infrastruktur überarbeitet werden. Dem Gesellschaftshaus steht ohnehin die Renovierung bevor. „Gastronomieberater sagen uns: Wenn ihr den Saal ertüchtigen wollt, neue Technik, neue Ausstattung, neue Gestaltung, feuerpolizeiliche Auflagen – rechnet mal aus, wie oft ihr den vermieten müsst, um die Kosten wieder einzuspielen.“ Zum Schluss könnte die Rechnung ergeben, dass der Festsaal im Gesellschaftshaus wegfällt.

Zoo braucht dringend Geld

Eine emotionale Angelegenheit, das ist Niekisch klar. „Viele Besucher hatten in dem Saal ihren ersten Tanzstundenball oder waren dort zum Karneval“, sagt der Zoochef. „Das ist natürlich alles wunderbar, aber es ist nicht die primäre Aufgabe eines Zoos.“

Gerade in finanziell harten Zeiten. „Der Zoo braucht dringend Geld“, betont Niekisch. Das 30-Millionen-Paket, 2008 im Römer freigegeben, ist verplant. Das neue Pinguinhaus wurde schon auf fünf Millionen Euro abgespeckt. Einziehen sollen dort nun solche Pinguine, die mit Frankfurter Temperaturen klar kommen. Das spart Bau- und Energiekosten. „Es wäre ja auch seltsam gewesen: Pinguine sind Botschafter des Klimawandels, und wir produzieren ordentlich CO2, weil wir so viel Energie brauchen, um das Haus zu kühlen.“ Angedacht ist auch eine Afrika-Savanne für Nashörner, Flusspferde und Giraffen. Aber woher nehmen und nicht stehlen, wenn schon kein Geld da ist, um den vielbeklagten Personalengpass im Zoo zu beheben? Niekisch: „Unsere Versuche, wenigstens zwei Stellen geliehen zu kriegen, waren ohne Erfolg.“

Dabei hat der zuständige Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) schon mehrmals betont, dass er dringenden Sanierungsbedarf im Zoo sieht. Seine Grundsatzreferentin Kirsten Grote-Bär bestätigt: „Der Bedarf ist da, aber wir müssen zunächst die 30 Millionen fertig verbauen.“ Im städtischen Doppelhaushalt 2015/16 werde daher vermutlich kein frisches Geld für den Zoo stehen. Die Stadt spare an allen Ecken.

Das sieht Niekisch. Er sagt aber: „Wir sind die beliebteste Freizeiteinrichtung Frankfurts, wir haben mehr Besucher als Städel und Senckenberg zusammen. Der Zoo ist ein kleines Juwel in der Innenstadt, das wir jetzt langsam wieder aufpolieren wollen.“

Mehr dazu

Möglich, dass dabei der Festsaal auf der Strecke bleibt. Zoo-Verwaltung, Fritz-Rémond-Theater und „eine vernünftige Gastronomie“ sieht der Direktor als die drei Eckpfeiler fürs Gesellschaftshaus der Zukunft. „Alles andere ist in der Überlegung.“ Dazu gehöre auch die Frage: Was würde es kosten, den Saal vernünftig zu renovieren, so dass er erhalten bleibt? Die Kosten müssten aber von der Zoosanierung abgekoppelt werden, fordert Niekisch. weil sie nichts mit dem Zoobetrieb zu tun hätten.

Der Tod des Flusspferds Maikel überschattete am Freitag die Stimmung im Zoo.

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