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Zoo
Wenn die Tiger Nachwuchs kriegen oder bei den Bonobos einer stirbt - die FR ist meist fast live dabei und berichtet aus den Gehegen des Frankfurter Zoos.

20. Dezember 2012

Nachwuchs bei den Affen: Orang-Utan-Baby "Liebling" geboren

 Von 
Gerade einmal 20 Tage alt ist das kleine Orang-Utan-Baby.  Foto: Alex Kraus

Der Frankfurter Zoo hat einen neuen Liebling: Sayang heißt das drei Wochen alte Orang-Utan-Baby. Das Geschlecht des Tieres ist immer noch unbekannt. Mutter Rosa hält ihren Nachwuchs eng bei sich.

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Der Frankfurter Zoo hat einen neuen Liebling: Sayang heißt das drei Wochen alte Orang-Utan-Baby. Das Geschlecht des Tieres ist immer noch unbekannt. Mutter Rosa hält ihren Nachwuchs eng bei sich.

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Kind geboren ward, und sein Name war: Sayang. Das ist schön neutral. Weil man noch nicht recht weiß, was das Winzige im Borgori-Wald eigentlich ist, Junge oder Mädchen. Und weil man bei den Primaten auch nicht mal eben so hereinschneien und nachgucken kann. Aber egal ob Männlein oder Weiblein – der Baby-Boom 2012 im Frankfurter Zoo hat mit dem freudigen Ereignis bei den Orang-Utans einen entzückenden Abschluss gefunden.

„Damit haben wir in diesem Jahr unsere drei Menschenaffenarten nachgezüchtet“, freut sich Zoodirektor Manfred Niekisch. Gorillas, Bonobos, Orang-Utans – überall Kindersegen. Früher gab es hier auch Schimpansen. Der Frankfurter Zoo ist einer der wenigen weltweit, in dem sich Menschenaffen aller vier Arten fortgepflanzt haben.

Aber davon weiß Sayang noch nichts. Sehr strubbelig, sehr müde, aber auch ziemlich erstaunt hängt das kleine Wesen im Fell seiner Mama Rosa und schaut, wer sich da hinter der Glasscheibe um die besten Plätze balgt. Damit die Fotografen auf der einen und die rothaarige Sippe auf der anderen Seite einander schön nahe kommen, haben ihnen Reviertierpfleger Carsten Knott und sein Team Leckereien hingelegt (den Orang-Utans – nicht den Fotografen).

Verrückte Hippie-WG

Mit Stammvater Charly in ihrer Mitte wirkt die Affengruppe wie eine verrückte Hippie-WG. Charly trägt seine Zotteln hüftlang wie Rasta-Locken und schaut unheimlich cool aus der Wäsche. Kein Wunder: Der mindestens 61-Jährige gilt als ältester familienplanerisch aktiver Orang der Welt und erfreut sich bereits einer erklecklichen Zahl von Ur- und sogar Ururenkeln. Wer sonst kann von sich sagen, als Ururopa gerade ein Baby gezeugt zu haben?

Und so ein hübsches zumal. Sayang kam in der Nacht zum 30. November auf die Welt. Der Name bedeutet Liebling auf Indonesisch. Dass Sayang ein leicht gräuliches Fell hat, ist ungewöhnlich für kleine Orang-Utans, aber typisch für die Kinder von Rosa. Sie gebar zuvor bereits drei Babys. Filius Lucu, 7, turnt ebenfalls im Frankfurter Borgori-Wald herum.

Dort ist am Donnerstag auch der Weißwangen-Gibbon Golum unterwegs. Ja – in ein und demselben Gehege mit den Orang-Utans. Sie kommen gut miteinander aus, ganz im Gegensatz zu Golum und seinem Bruder Jerry. Zwischen den beiden gibt’s immer wieder Kontroversen und Beißereien, weshalb das Projekt mit der Einbürgerung in der Hippie-WG nun wechselweise geschieht: Eine Zeit lang darf Golum drin sein, während Jerry von draußen zusieht, und dann umgekehrt. Die Gemeinschaftshaltung mit den Orangs helfe beiden Arten: „Sie sorgt dafür, dass keine Langeweile aufkommt“, sagt Niekisch. Gibbons zählen ja ebenfalls zu den (Kleinen) Menschenaffen. Und zu den Schwinghanglern, wie der Zoodirektor erläutert: „Das ist aber kein Schimpfwort – du Schwinghangler, du!“

Sofort zur Paarung bereit

Im Gibbonhaus am Zooweiher schwinghangeln derweil Kirin und Meru in den Ästen, ebenfalls Gibbons und eine Hoffnung für die Zukunft. Die beiden kamen vorigen Freitag aus Duisburg „und haben sich hier sofort gepaart“, sagt Niekisch. „Wir waren sehr erfreut.“ Nur noch etwa 600 Gibbons leben in der freien Wildbahn, viele davon in versprengten Populationen auf verlorenem Posten. Kurz: Die Art ist stark vom Aussterben bedroht. Die blonde Kirin und der schwarze Meru könnten einen kleinen Beitrag zum Erhalt leisten und wirken jedenfalls zu allem bereit. „Sie sind sehr freundlich zu uns“, lobt Revierleiterin Astrid Parys. Die Neu-Frankfurter haben es gern, wenn man ihnen den Rücken krault – wäre doch da bloß nicht die blöde Glasscheibe dazwischen! Morgens und nachmittags singen sie sogar ein halbstündiges Duett in verschiedenen Strophen und fester Reihenfolge. Fast so wie wir Menschen zur Weihnachtszeit.

Apropos Weihnachten: Kleins Falterfisch, der Schwarze Gabelbart und andere Exoten erleben ihr erstes Christfest im Zoo. Stefan Hübner stellt sie bei einer Führung vor: am heutigen Freitag, 19.30 Uhr, Treffpunkt Amazonasbecken im Parterre des Exotariums.

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