Zoo
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11. Dezember 2012

Umbau am Frankfurter Zoo: Warten auf den Osterhasen

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Bis die Baumaschinen abziehen, wird es noch ein Weilchen dauern. Foto: Rolf Oeser

Öltanks, Pech und Pannen: Das neue Zoo-Entree kann erst im Frühjahr eröffnet werden. Immer wieder ist der Bau durch unvorhersehbare Ereignisse verzögert worden. Der Bauverzug hat jedoch auch seine Vorteile.

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Öltanks, Pech und Pannen: Das neue Zoo-Entree kann erst im Frühjahr eröffnet werden. Immer wieder ist der Bau durch unvorhersehbare Ereignisse verzögert worden. Der Bauverzug hat jedoch auch seine Vorteile.

Warten aufs Christkind heißt es Heiligabend ab 11 Uhr im Frankfurter Zoo. Aber während die programmatische Frage „Wann kommt denn endlich das Christkind?“ nach drei Stunden Unterhaltung und Tiergeschenke-Basteln grob beantwortet sein dürfte, bleibt eine andere Frage wohl noch ein Weilchen offen: Wann kommt denn endlich die Eröffnung des neuen Eingangsbereichs im Frankfurter Zoo?

„Im Frühjahr“, sagt Manfred Niekisch. Genauer könne er es nicht eingrenzen, bedauert der Zoodirektor: „Das hängt auch ein bisschen von den Terminkalendern der Honoratioren ab.“ Immerhin. Eine Zeit lang hatte es den Anschein, als würde das neue Zoo-Entree nie fertig.

Als die Arbeiten im April 2011 begannen, war die Hoffnung groß, schon bald ein neues, modernes Eingangsgebäude zu präsentieren und direkt dahinter eine schöne, geräumige Anlage für Brillenbären und Brüllaffen. Doch der Bau kam augenscheinlich nicht so recht vorwärts, und so verwunderte es, als noch im Sommer am Eröffnungstermin offiziell festgehalten wurde: 1. August.

Das ist mehr als vier Monate her. Warum ist der Platz am Gesellschaftshaus immer noch eine Baustelle? „Das hat eine Reihe von Gründen“, sagt Niekisch. Es gab größere Probleme mit dem Estrich, weshalb alle anderen Arbeiten warten mussten. Der Bauleiter erkrankte schwer, und dann tauchten auch noch Hindernisse im Boden auf. „Da lagen Leitungen und zwei Öltanks von 30.000 Litern, von denen keiner wusste“, blickt der Zoodirektor zurück. „Die mussten sachgemäß entsorgt werden. Eine Spezialfirma wurde beauftragt, das Gas abzusaugen.“

Brüllaffen haben sich eingelebt

Dennoch hätte das Projekt nicht gar so viel später fertig werden müssen. Aber dem Zoo war auch wenig daran gelegen, mitten im Winter die neuen Anlagen zu eröffnen. 90 neue Bäume und Gewächse hat die Landschaftsarchitektin ins Bärengehege gepflanzt: „Da tut es ganz gut, wenn die im Frühjahr noch Zeit zum Anwurzeln haben, bevor sich die Tiere darauf stürzen“, sagt Niekisch.

Fragt sich, ob auch die knappe Zookasse so viel Zeit hat – denn zeitgleich zur Eröffnung des Eingangsbereichs greift die Eintrittspreiserhöhung um zwei auf zehn Euro. „Das wäre positiv fürs Budget“, bescheinigt der Direktor. Andererseits mache sich die Differenz im Winter bei vergleichsweise geringer Besucherzahl weniger bemerkbar als im Sommer: „Der Schaden hält sich in Grenzen.“

Ein Teil des neuen Personals ist schon im Ostend: Die Brüllaffen haben sich eingelebt, wenn auch im alten Gehege. Das Bärenpaar wartet noch getrennt, sie in Frankreich, er in der Schweiz. Bis es so weit ist, müssen die Besucher mit dem Provisorium an der Bernhard-Grzimek-Allee zurechtkommen, ebenso die Mitarbeiter, die unter der Baustelle leiden.

Immerhin: Solange das neue Entree nicht fertig ist, gibt es den Hintereingang an der Rhönstraße. Das hat ein Ende, wenn das Warten auf den Weihnachtsmann vorüber ist – und vermutlich auch auf den Osterhasen.

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