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Ruder- und Kanusport: Zwischen Wasser und Himmel

Die FR lässt junge Leser am Ruder-Schnuppertag in Sachenhausen ins Boot steigen. Dabei sind Kraft, Rhythmus und Gleichgewicht gefragt.

Ruderer genießen in Sachsenhausen zwar ruhige Idylle, müssen aber viel Kraft aufwenden.  Foto: dpa

Die Wellen schwappen sanft von unten an den metallenen Ausleger. Fernab vom Großstadtlärm erhebt sich die Skyline über den leise vor sich hinplätschernden Main. Nur die Enten quaken lauthals am Ufer. Als wollten sie das sachte im Wasser schaukelnde Ruderboot schnellstmöglich vertreiben. Oder vielleicht auch die gerade einsteigenden Ruderer anfeuern. Wer weiß das schon.

Es hat aber alles etwas sehr Idyllisches, dort draußen beim Frankfurter Ruder- und Kanusportverein Sachsenhausen 1898 (FRVS). Doch beim ersten Schritt hinein ins Boot – dem wirklich allerallerersten – macht sich schnell Beklommenheit in der Idylle breit. Das Herz rutscht dann doch in die Hose, wenn sich der eigene Schwerpunkt aufs Wasser verlagert. „Jetzt! Jetzt fall’ ich gleich ins Wasser“, huscht als Gedanke durch den Kopf – und in der davongaloppierenden Fantasie rücken bereits die Rettungskräfte an, weil natürlich auch noch beim Reinplumpsen der Kopf am Ruderboot aufgeschlagen ist. Aber nichts davon passiert. Irgendwie klappt das mit dem Gleichgewicht auf dem Boot, plötzlich sitzt man, ruckelt sich zurecht und die Füße finden von ganz alleine das Trittbrett.

Einsteigen ist jedoch das Geringste. Jetzt kommt die eigentliche Arbeit: die massiven Ruder durchs Wasser zu ziehen. Und das auch noch im selben Rhythmus wie die anderen. Deshalb kleben die Augen förmlich am Schlagmann, er gibt den Takt vor: Ruderblatt senkrecht eintauchen, kraftvoll durchziehen, rausnehmen, drehen und parallel zum Wasser wieder in die Anfangsposition bringen. Nach und nach geht das in einen automatischen Bewegungsablauf über.

Gut, das dauert schon ein paar Wochen, und bis es so weit ist, müssen zahlreiche Blasen an den Händen immer wieder verheilen. Aber wenn es dann einmal mit der Koordination klappt, dann gibt es kaum etwas Schöneres und Freieres, als mit dem Boot übers Wasser zu gleiten.

Das Kanu paddelt, das Boot rudert

Wer das Rudern noch nie ausprobiert hat, kann das jetzt tun. Zumindest, wenn er jung genug ist: Am Samstag, 6. August, bietet der FRVS Kindern von FR-Lesern die Möglichkeit, sich mal ins Boot zu schwingen und selbst über den Main zu gleiten. Und zwar im Ruderboot oder im Kanu. Beim FRVS kann beides gelernt werden. Was der Unterschied zwischen diesen Sportarten ist, kann der Nachwuchs am Schnuppertag erfahren. Nur so viel vorweg: Das Ruderboot ist schmaler und die Ruder sind fest mit dem Boot verbunden. Beim Kanu sorgt der Fahrer mit losen Paddeln für seine Fortbewegung. So wird im Kanu dann eben auch nicht gerudert, sondern gepaddelt.

Aktion: 25 jugendliche FR-Leser dürfen am Samstag, 6. August, einen Schnuppertag beim Frankfurter Ruder- und Kanusportverein Sachsenhausen (FRVS) absolvieren. Er beginnt um 14 Uhr und endet gegen 16.30 Uhr.

Anmeldung: Wer dabei sein will, ruft am Dienstag, 2. August, ab 14 Uhr unter Telefon 069/21993013 an. Die ersten Anrufer gewinnen. Der Schnuppertag ist nur für Kinder ab sechs Jahren und Jugendliche. Teilnehmer müssen schwimmen können und bringen bitte eine schriftliche Einverständniserklärung der Eltern mit.

Anfahrt: Treffpunkt ist am Bootshaus des FRVS im Mainwasenweg 34 im Rudererdorf zwischen Oberrad und Sachsenhausen. Das Bootshaus liegt direkt am Mainufer, rund eineinhalb Kilometer östlich der Flößerbrücke in Richtung Gerbermühle. Der Radweg am südlichen Mainufer führt direkt daran vorbei. Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs steigen an der S-Bahn-Station Mühlberg in eine Straßenbahn der Linie 16 um und an der Haltestelle Bleiweißstraße aus. Die Speckgasse führt zum Main. loi

Rund 200 Boote hat der Verein in seinen Hallen im Rudererdorf untergebracht. Fast jede Bootsart ist darin zu finden. Vom schlanken Rennruderboot über das hochseetaugliche Kajak bis hin zum Outrigger und Drachenboot. Die werden am Schnuppertag nicht alle ausprobiert – ist aber auch gar nicht nötig. Um einfach mal den Fahrtwind auf dem Main im Gesicht zu spüren, reicht schließlich auch ein Vierer.

Und so eine Ruderfahrt läuft auch wirklich meistens ganz ohne Plumps ins Wasser ab. Ganz trocken ist sie allerdings nie: Mit dem Ruder spritzt einfach schnell Wasser ins Boot. Da werden die Klamotten schon mal nass. Deshalb: Immer Wechselsachen dabei haben. Auch am Schnuppertag.

Autor:  Sandra Busch
Datum:  1 | 8 | 2011
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